Roter Weinabend im Weinhaus

In vino veritas oder Im Wein liegt Wahrheit. Malu Dreyer, Andreas Sittmann und Thomas C. Breuer werden am Mittwochabend den Roten Weinabend im Weinhaus in der Brückenstraße bestreiten. Los geht es ab 20:00 Uhr. Wer bereits vorher Kontakt zur SPD in Trier und zur Trierer Landtagsabgeordneten Malu Dreyer suchen möchte, der kann bereits ab 18:00 Uhr zur Eröffnung des Bürgerbüros von Malu Dreyer in der Nagelstraße kommen.

Tolle Musik, ein Umtrunk und gute Gespräche erwarten die Besucherinnen und Besucher. Malu Dreyer freut sich bereits jetzt darauf, viele Menschen im neuen Bürgerbüro begrüßen zu dürfen.

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Daran anschließend folgt der Rote Weinabend in der Brückenstraße. Der Trierer SPD ist es gelungen, ein fideles Programm auf die Beine zu stellen. Musizieren wird der Bänkelsänger Andreas Sittmann. Der gebürtige Trierer arbeitet als Komponist und Liedermacher und ihm haben es die Gedichte der großen Minnesänger wie Heinrich Hetzbold von Weissensee oder Walther von der Vogelweide angetan. Sittmann kombiniert die überlieferten Texte mit neuen Melodien und verspricht, für die ein oder andere Überraschung am Mittwochabend zu sorgen.

Wortgewaltig, augenzwinkernd und immer hintergründig präsentiert Thomas C. Breuer sein Bühnenprogramm Kabarett Sauvignon. Wein, Witz und Gesang sind feste eingeplant. Vor allem, wenn Breuer etwa über den Braunriesling, Jahrgang 1933, berichtet. Was es damit auf sich hat? Im Wein liegt Wahrheit und diese wird es am Mittwochabend in geballter Form geben.

Medard-Schule auf dem Weg zum Förder- und Beratungszentrum

Durch das im Schuljahr 2014/15 im Schulgesetz eingeführte Wahlrecht für Eltern zwischen einer Beschulung für ihr Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf an einer Regelschule, Schwerpunkt- oder Förderschule zu entscheiden, ging man einen entscheidenden Schritt in Richtung inklusivem Unterricht wie in der UN – Konvention gefordert.

Dies macht gleichzeitig eine stärkere Beratung der Regelschulen unabdingbar. Die Weiterentwicklung von Förderschulen zu Förder- und Beratungszentren (FBZ) mit einem erweiterten pädagogischen Auftrag:

  • Sonderpädagogischer Unterricht
  • Beratung von Schulen, die Kinder inklusiv unterrichten
  • Koordinierung der regionalen sonderpädagogischen Angebote

zielt auf die Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen.

Simon

In der Stadt Trier hat die Medard-Schule mit den Förderschwerpunkten Lernen und Sprache schon früh ihr Interesse bekundet sich zum FBZ zu entwickeln. In Absprache und Kooperation mit allen anderen Förderschulen mit einem weiteren Förderschwerpunkt wird nun die Einrichtung der Medard-Schule als FBZ Trier zum Schuljahr 2016/17 beim Land beantragt. Die SPD-Fraktion unterstützt dies ausdrücklich.

Das z.Zt. für Regelschulen in der Stadt Trier noch geltende Worms-Dauner-Modell, das inklusiven Unterricht durch den Einsatz von Förderlehrern an Regelschulen ermöglicht, läuft aus. Die Zahl der Förderlehrer ist im Bereich Trier rückläufig; nicht alle Schulen partizipieren daher an diesem Modell. Gerade für diese Schulen stellt das FBZ eine neue Chance dar, da hierdurch die fachliche Beratung und Unterstützung der Lehrer für alle gewährleistet ist.

Ein FBZ gehört zum Bildungsangebot der Stadt Trier als Oberzentrum. Die SPD – Fraktion wünscht der Medard-Schule bei der Entwicklung ihrer neuen Konzeption zum FBZ viel Erfolg.

Carola Siemon, schulpolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion

Die fünfte Jahreszeit

Die Karnevalssession ist dieses Jahr sehr kurz. Bei allen Karnevalsvereinen ist jetzt Hochbetrieb. Die Ordensfeste und Termine der Kappensitzungen stapeln sich. Bis Rosenmontag am 8. Februar ist die Zeit knapp.

Trotz dieses begrenzten Zeitraums ist keine Nervosität, keine Hektik bei den Vereinsverantwortlichen sowie den „Artisten“ zu spüren. Die Karnevalsgesellschaften sind gut organisiert, routiniert und bieten ihrem Publikum schöne Sitzungsprogramme und Veranstaltungen.

Karneval 2016

Für die Besucher ist es nicht einfach, sich zu entscheiden. Wo gehe ich hin? Das Angebot ist groß.

Mit Sicherheit werden die Weiberfastnachtsveranstaltungen und die Rosenmontagszüge – auch wenn diese am Karnevalssonntag oder als Nachtzug stattfinden – traditionsgemäß die Höhepunkte der Session sein.

An dieser Stelle ein herzlicher Dank an alle Vereine und „Artisten“ für ihr Engagement. Es tut gut zu merken, dass unsere schöne Fastnachtstradition immer noch lebt und weiter leben wird.

Helau!

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Thiébaut Puel, Mitglied der SPD-Stadtratsfraktion und Ortsvorsteher von Ehrang

Unser Land von Morgen. Programmforum der Trierer SPD diskutiert Regierungsprogramm

„Wir packen an – und wir kommen Schritt für Schritt voran“ heißt es im Regierungsprogramm der SPD zur kommenden Landtagswahl. Zu der Wahl am 13. März tritt die rheinland-pfälzische SPD mit dem Regierungsprogramm „Unser Land von Morgen“ an. Hendrik Hering, stellvertretender Landesvorsitzender und Vorsitzender der Programmkommission, hat den Programmentwurf den Trierer Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten vorgestellt und mit ihnen diskutiert.

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Ein landesweit geltendes Semesterticket für Rheinland-Pfalz und das Saarland fordert Erik Schöller. Schöller ist Landesvorsitzender der Jusos und während des Programmforums in Trier sagte er, dass ein solches Ticket nicht wie bisher an den Grenzen eines Tarifverbundes enden dürfe, sondern im gesamten Land gelten muss. Während des anstehenden Parteitages am kommenden Samstag soll nun darüber diskutiert werden, ob dieser Antrag ins Regierungsprogramm für die kommende Wahlperiode aufgenommen wird. Schöller ist überzeugt davon, dass zahlreiche Studierende von einem landesweit geltenden Semesterticket profitieren: „Das macht Studis mobiler und dies ist ja immer eine zentrale Forderung“, sagt er und spricht über Besuche, im Theater, bei Konzerten oder Freunden. Diese seien häufig mit Reisen verbunden und da würde ein landesweit geltendes Semesterticket doch helfen.

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Markus Nöhl dürfte sich über Theater-, und Konzertbesuche seines Parteifreundes freuen. Der kulturpolitische Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion bekräftigte in seinem Statement die Bedeutung der Kultur und wie wichtig es sei, diese wie in der laufenden Legislatur von Sparzwängen auszunehmen. Nöhl bedankte sich für diese fiskalische Schwerpunktsetzung und ermunterte die Landespartei, auch in der kommenden Legislatur an dieser nachhaltigen Politik festzuhalten.

Hendrik Hering nahm diesen Umstand zum Anlass und forderte eine bessere finanzielle Ausstattung des Staates und der Kommunen. Für Hering gehören Kultur, Bildung und Sport zu einem aktiven Staat dazu. Deshalb sei es so wichtig, dass es eine solide Finanzierung der Haushalte gibt.

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Dass sich dies nicht über Nacht einstellen kann, war den rund 50 Genossinnen und Genossen am Samstagvormittag bewusst. Klare politische Ziele, tatkräftig und optimistisch umgesetzt, sind laut der Trierer SPD die Grundlage für erfolgreiche Politik im Sinne der Bürgerinnen und Bürger. In Rheinland-Pfalz wurde in den vergangenen 25 Jahren so gearbeitet, deshalb befindet sich das Land in der Spitzengruppe der Länder. Dies soll auch in den kommenden Jahren so bleiben.

Jugendgerechte Kommune – Trier wird Referenzkommune

Jugendliche sind keine kleinen Kinder mehr und noch keine Erwachsenen. Damit sie ihr Leben selbst gestalten können, müssen von Politik und Gesellschaft geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu gehört eine eigenständige Jugendpolitik.

Eigenständige Jugendpolitik ist ein Politikansatz, der die Jugendphase als Ganzes in den Blick nimmt und die Interessen und Belange junger Menschen bei allen Entscheidungen berücksichtigt.

Familie

Trier wird Referenzkommune bei dem Bundesjugendministerium und tritt nun in einen dreijährigen Prozess. Bis 2018 begleitet die Koordinierungsstelle „Handeln für eine jugendgerechte Gesellschaft“ unsere Stadt auf dem Weg zu mehr Jugendgerechtigkeit.

Mit dem Trierer Jugendparlament wurde 2011 bereits – auf Initiative der Trierer SPD – ein wichtiger Grundstein gelegt. Darauf gilt es nun im Projektzeitraum aufzubauen

Denn eins ist sicher: Unsere Gesellschaft braucht die Jugend, denn sie sind die Zukunft. Und die Jugend braucht eine Gesellschaft, in der sie ihre Interessen und Wünsche realisieren kann.

Nicht die Jugend muss der Politik gerecht werden. Wir müssen mit unserer Politik der Jugend gerecht werden. Ich bin mir sicher: Es erwartet uns ein spannender Prozess.

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Andreas Schleimer, jugendpolitischer Sprecher

Radverkehrskonzept für Trier

Rede des mobilitätspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion Rainer Lehnart im Stadtrat vom 17. November anlässlich der Verabschiedung des Radverkehrskonzepts

2009, also vor 6 Jahren beschloss der Stadtrat mit den Stimmen der SPD den Anteil des Umweltverbundes, (ÖPNV,Fuß- und Radverkehr), am Gesamtverkehrsaufkommen in der Stadt zu stärken.

Den Anteil des Radverkehrs von 9 auf 15% zu erhöhen, war und ist nach wie vor ein ehrgeiziges Ziel, nach Aussagen der Fachleute aber nicht unrealistisch, wenn die richtige Konzeption angewandt wird. Auf dieser Grundlage wurden 2013 das Mobilitätskonzeptes und darin die erforderlichen Zielsetzungen bezüglich des Bausteins Radverkehr beschlossen.

Verwaltung

Die jetzt uns vorliegende, konzeptionell sehr gut ausgearbeitete Vorlage, ist die logische, konsequente Fortführung, also die Konkretisierung durch die notwendigen Maßnahmen, die aus diesen Zielen abgeleitet und umgesetzt werden sollen.

Die Vorlage ist das Ergebnis von etlichen Arbeitskreissitzungen unter Beteiligung vieler Akteure. Das waren betroffene Institutionen, Verbände, die Verwaltung und Vertreter der Fraktionen. Da die Umsetzung ein dynamischer Prozess und vermutlich auf mehrere Jahre verteilt sein wird, war man sich unter den Teilnehmern einig, dass dieser AK aufrecht erhalten bleiben soll, um diesen Prozess fachlich weiter zu begleiten.

Durch diese Einbindung, sowohl bei der Erstellung der Vorlage und bei der Offenlegung danach, erhofft sich die SPD innerhalb der Bevölkerung bei der anstehenden Realisierung die angestrebte, notwendige Akzeptanz, damit in Trier das Radverkehrsklima insgesamt freundlicher wird.

Sicherlich hat sich in Sachen Radverkehr in den letzten Jahren in unserer Stadt einiges getan. Nach einer letztjährigen, durch den ADFC bundesweit durchgeführten Bewertung deutscher Städte unserer Größe, haben wir im Ranking innerhalb des letzten Drittels einen guten Sprung nach vorne gemacht. (Innerhalb des letzten Drittels)

Meine Damen und Herren, wer in anderen Städten mit dem Rad unterwegs ist weiß, dass „Vorne“ anders aussieht, eine andere Qualität hat. Von einer fahrradfreundlichen Stadt sind wir noch weit entfernt, d.h. wir haben diesbezüglich noch erheblichen Nachholbedarf. Das vorliegende Radverkehrskonzept gibt uns die Möglichkeit, besser zu werden, um unser selbst gestecktes Ziel zu erreichen.

Neben dem Radverkehrsbaustein gibt es noch weitere Bausteine für den Individual-, Fuß- und den ÖPNV. Das MOKO ist ein ganzheitliches Konzept. Dies umzusetzen geht nur mit einem vernünftigen Miteinander, das ist mein stetiger Appell an alle Verkehrsteilnehmer.

Meine Damen und Herren des Stadtrates. Die anstehenden Beratungen zum Doppelhaushalt 2016/17 werden zeigen, insbesondere nach den Statements einzelner Fraktionen im heutigen TV, wie ernst sie es mit der Umsetzung des bereits beschlossenen Mobilitätskonzeptes im Allgemeinen und hier im Speziellen mit dem Radverkehrskonzeptes meinen. Ich habe da so meine Erfahrungen wie mit beschlossenen Konzepten in der Vergangenheit umgegangen wurde.

Es kann nicht sein, dass Konzepte mit dem Hintergedanken „Schaun mer mal“ beschlossen werden und später, bei der Umsetzung von Einzelmaßnahmen dann noch mal Grundsatzdebatten geführt werden.

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Richtig, die einzelnen Beschlüsse werden im Ausschuss oder Stadtrat aufgrund der Haushaltsansätze gefasst, dann geht’s aber nicht um das Ob, sondern höchstens um das Wie. Es wäre fatal, ja unredlich, wenn jahrelange, gemeinsame Arbeit, dann, wie viele Radwege in Trier, irgendwo im Nichts landen.

Meine Damen und Herren, wie bereits erwähnt, der Beschluss dieser Vorlage und die konsequente Umsetzung ist die Chance für einen Quantensprung im Stellenwert des Radverkehrs in unserer Stadt.

Dass es geht, haben bereits viele Städte, die im oberen Drittel der Bewertung angesiedelt sind, durch eine Schwerpunktsetzung in der Radverkehrsförderung beispielhaft vorgemacht. So haben viele, wie auch in unserem MOKO gefordert, für die Koordinierung einen Radverkehrsbeauftragten als Ansprechpartner eingesetzt.

Besonderen dank gilt Herrn Klöpfer vom Planungsamt, der die Federführung bei der Erstellung der umfangreichen Vorlage hatte. Damit für alle, dem Rat, wie auch der Bevölkerung, die notwendige Transparenz bei der Umsetzung hergestellt wird, ist es für die SPD unabdingbar, dass eine ständige Evaluation durchgeführt wird, wo klar erkennbar ist:

Wo wollen wir hin,

wo stehen wir und

was müssen wir noch tun um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Rainer Lehnart, mobilitätspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion

Zum Gedenken an die NS-Verbrechen der Pogromnacht 1938

„Was ist das Prinzip, das uns Menschen alle eint?“ fragt Daniel Werthenschlag, Kantor der jüdischen Kultusgemeinde mit kräftiger Stimme in den Gebetssaal der Synagoge an der Kaiserstraße. Anlass ist die gemeinsame Gedenkveranstaltung von jüdischer Kultusgemeinde und der Stadt Trier zum 77. Jahrestag der Pogromnacht von 1938, als Nationalsozialisten im ganzen Land jüdische Geschäfte, Wohnhäuser und Gebetshäuser zerstörten, jüdisches Leben und die jüdische Kultur im Mark erschütterten und antisemitischen Terror erstmals systematisch ausübten. Das Leben schwankte für Juden damals ständig zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Ernüchterung und kleinen Lichtblicken, das an diesem Tag ein jähes Ende fand.

Jeanna Bakal, Daniel Werthenschlag und OB Wolfram Leibe in der Trierer Synagoge

Jeanna Bakal, Daniel Werthenschlag und OB Wolfram Leibe in der Trierer Synagoge

Die Antwort von Daniel Werthenschlag ist an einem solchen Tag, wo unermessliches Leid, Schmerzen und der fast totale Vertrauensverlust in das Menschliche an sich beklagt wird, umso hoffnungsvoller.

Der Kantor erzählt aus dem Talmud: Ein Heide möchte gern ohne große Anstrengung, ohne das Erlernen von langen Glaubenssätzen dem Judentum beitreten. Er fragt zwei Menschen. Der eine jagt ihn davon. Der andere antwortet, es ist ganz einfach: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“

Im Nationalsozialismus sei dieses Prinzip umgekehrt worden in „Hasse Deinen Nächsten“. Auch heute gebe es Menschen, Gruppen und sogar Staaten, die den Hass predigen und dafür Gott missbrauchen. Es sei unsere „wichtigste Pflicht“, dies nicht zuzulassen und die Nächstenliebe zu leben.

Jeanna Bakal, Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde betont in ihrer Ansprache, dass gerade Juden Fluchtgründe und Ursachen aus eigener Erfahrung kennen und die Beweggründe dafür – Sicherheit für das eigene Leben zu finden – gut verstehen. Schließlich sei der 9. November auch ein Tag der Freiheit. Viele Mitglieder der Gemeinde seien Anfang der 90er Jahre mit dem Fall der Mauer nach Trier gekommen. Und dennoch würden sich die Mitglieder der jüdischen Kultusgemeinde auch sorgen in der aktuellen Flüchtlingskrise: die Sorge vor einem Erstarken antisemitischer Einstellungen. Die Sorge vor Menschen, die den Staat Israel stellvertretend für die Juden hassen. Umso wichtiger sei es, die Menschen mit unserem Grundgesetz und unseren Grundwerten willkommen zu heißen und jeder Form von Antisemitismus klar entgegen zu treten.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe erteilt allen Rechtspopulisten, all jenen, welche die nationalsozialistischen Verbrechen verharmlosen eine Absage. „Wir müssen das Gedenken weiterentwickeln, damit niemals vergessen wird, was unvorstellbar bleibt und nie wieder geschehen sollte.“ Dafür müssen wir unsere Jugend sensibilisieren. Bürgerschaftliches Engagement bedeute auch, Verharmlosungen der NS-Verbrechen entschieden zu begegnen, wenn diese beispielsweise in der Schule passierten. „Wir müssen es nur tun“, ruft er den Mitgliedern der jüdischen Kultusgemeinde, Trierer Bürgern und Bürgerinnen sowie den fast vollständig anwesenden Mitgliedern des Stadtrats ins Gewissen.

Im Anschluss legen Wolfram Leibe und Jeanna Bakal einen Kranz am Ort der ehemaligen und am 9.11.1938 zerstörten Synagoge in der Zuckerbergstraße nieder.

Unter dem Motto „Rassistischer Hetze entgegen treten – Geflüchtete schützen“ demonstrieren zeitgleich zwischen 350 und 500 Trierer gegen einen Fackelaufmarsch der NPD vor einer Flüchtlingsunterkunft in Trier-West.

Breitbach

Tamara Breitbach

Willkommenskultur in Trier: Wir sind einen Schritt weiter!

Mit dem Inkrafttreten des neuen Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2005, wurde bundesweit ein gezieltes und spezifisches Angebot zur Unterstützung der Integration von Migranten im Aufenthaltsgesetz aufgenommen. Nicht dass es bis zu diesem Zeitpunkt keine Sprach- oder Orientierungskurse gegeben hätte. Viele verschiedene Träger hatten diese Aufgabe seit vielen Jahren übernommen und durchgeführt. Mit den neuen Kursen aber, wurde zum ersten Mal ein bundesweit einheitliches Konzept vorgeschrieben, die Durchführung von der zuständigen Stelle – dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge –finanziert und, in vielen Fällen, den lokalen Bedürfnissen angepasst.

Auch in Trier wurde dieses Konzept etabliert. Seit mehr als 10 Jahren werden in unserer Stadt Integrationskurse von verschiedenen anerkannten Träger durchgeführt.

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Kurse, in denen nicht nur die Sprache im Zentrum des Unterrichtes steht, sondern auch den neu Zugewanderten wichtige Informationen über das Leben, die Gebräuche, die Gesetze, kurzum, den Alltag in unserer Gesellschaft vorgestellt und erklärt wird. Informationen die conditio sine qua non sind um die Integration in einer neuen, für die meisten noch fremden Gesellschaft zu erleichtern, gleichzeitig aber den Kontakt zu den Einheimischen zu fördern und so zu „der Verständigung zwischen Einwohnerinnen und Einwohnern unterschiedlicher Herkunft“ beizutragen.

Wenn die Integrationskurse schon in der Vergangenheit sehr wichtig für das Zusammenleben verschiedener Bevölkerungsgruppen in Trier waren, sind sie heute mehr denn je unabdingbar.

Aus diesem Grund begrüßen wir die jetzige Entscheidung. Die Geschehnisse in einigen Kriegs- und Krisenregionen der Welt haben seit einem Jahr zu einer Massenflucht von Menschen geführt, die auch bei uns Sicherheit und Zuflucht suchen und auch bekommen. Denn nicht nur die völkerrechtlichen Verpflichtungen der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951, sondern auch das im Artikel 16 a des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland verbriefte Recht auf Asyl werden wahrgenommen und respektiert.

Mit den Aufnahmeeinrichtungen in der Dasbachstraße und in der Luxemburger Straße, registriert die Stadt Trier seit einem Jahr auch einen erhöhten Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern, vor allem aus Kriegsregionen. Menschen, die einen oft waghalsigen Fluchtweg überlebt haben, die als Gepäck Leid, Angst, Traumata mit sich bringen.

Sie willkommen zu heißen, ist unserer Pflicht und unser Wille. Die Anzahl von Freiwilligen, Ehrenämtlern, Initiativen und Trägern, die sich dieser Bevölkerungsgruppe angenommen haben, ist sehr hoch. Auch die Verwaltung und unser Stadtrat haben sich ihrer Verantwortung gestellt und verschiedene Maßnahmen getroffen, um die Not dieser Menschen einerseits so weit wie möglich zu lindern, und andererseits ihre Integration – und sei sie zeitlich begrenzt – in der Stadt zu fördern. Auf Antrag der SPD‑Fraktion wurde im Frühjahr ein Runder Tisch zur Koordinierung der verschiedenen Akteure und Aktionen im Bereich der Flüchtlingshilfe eingerichtet.

Verwaltung

Mit der Vorlage 393/2015 machte die Stadtverwaltung einen weiteren Schritt zur Integration von Flüchtlingen: die Einrichtung von Sprach-und Integrationskursen für Flüchtlinge mit und ohne BAMF‑Berechtigung ist, nach der Unterbringung, die wichtigste und dringendste Maßnahme im Rahmen einer Willkommenskultur in dieser Stadt.

Denn wenn Menschen sich aufgrund von Sprachbarrieren nicht verstehen, entstehen sehr schnell Missverständnisse, ja gar schwere Konflikte und Ressentiments, die das Zusammenleben vergiften und evtl. sogar weniger demokratischen Kräften Nahrung bringen können. Für ein friedliches Zusammenleben in unserer Stadt sind das Erlernen der deutschen Sprache seitens der Neuankömmlinge und das gegenseitige Kennenlernen von Traditionen und Gebräuchen unerlässlich.

Diese Vorlage geht in die richtige Richtung: ein neuer Fachbereich wird in der Volkshochschule ausgebaut, differenzierte Kursmodule, die dem unterschiedlichen Wissensstand der Teilnehmer entsprechen, werden ausgearbeitet. Räumlichkeiten in ausgesuchten Stadtteilen und Lehrkräfte werden gesucht und unterstützt. Die Finanzierung wird gesichert und verwaltet. Sprachpaten und Ehrenamtliche werden in Zusammenarbeit mit der Ehrenamtsagentur, die diese Aufgabe für die Stadt Trier übernommen hat, angeleitet, qualifiziert und fachlich koordiniert.

Auch die Tatsache, dass die Zielgruppe sehr heterogen ist, wurde in Betracht gezogen: es gibt ja nicht „den Flüchtling“ sondern Flüchtlinge aus Syrien, aus Eritrea, aus Afghanistan, aus Albanien, aus Nigeria, aus der Ukraine – um nur einige zu nennen. Jede und Jeder bringt nicht nur seine Kultur – die einzige, die sie/er kennt – sondern auch die sehr oft traumatischen Erlebnisse, die sie/ihm zur Flucht gezwungen haben, mit.

Hier spielt die interkulturelle Kompetenz als Fähigkeit, die kulturelle Bedingtheit der Wahrnehmung, des Urteilens, des Empfindens und des Handelns bei sich selbst und bei anderen Personen zu erfassen, zu respektieren, zu würdigen und produktiv zu nutzen eine entscheidende Rolle. Nur durch sie kann eine angemessene, erfolgreiche und für alle Seiten zufriedenstellende Kommunikation, Begegnung und Kooperation zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen gesichert werden. Wie begrüßen die Inklusion der interkulturellen Kompetenz neben Fachkompetenz und Erfahrung als grundlegendes Merkmal in der Konzipierung und Umsetzung dieser Kurse.

Dr. Maria Duran Kremer, integrationspolitischer Sprecherin

Wahlausschuss gibt grünes Licht für Jugendwahl im November

„Der Wahlausschuss ist als Entscheidungsgremium zuständig für die Beschlussfassung über die Zulassung der eingereichten Wahlvorschläge …“ So steht es in meiner Berufung als Beisitzer in den Wahlausschuss für die Wahl des Trierer Jugendparlaments.

Als der Wahlausschuss am Freitag zusammentrat, war es also meine Aufgabe gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen die Unterlagen der Bewerberinnen und Bewerber auf formale Vollständigkeit zu prüfen.

Verwaltung

Am Ende stand fest: Für die Altersgruppe der 10- bis 13-jährigen sind 33 Kandidierende zugelassen. Unter den 14- bis 17-Jährigen stehen 14 junge Menschen zur Wahl.

Damit wird im November eine Wahl der Jugendvertretung notwendig. Als Wahltage wurden folgende Termine festgesetzt: 11.11., 12.11., 19.11. und 20.11.

Allen Bewerberinnen und Bewerbern wünsche ich bei der Jugendwahl viel Erfolg und eine hohe Wahlbeteiligung. Mit guten Ideen für eine kinder- und jugendgerechte Stadt werden sie in der Wahl überzeugen.

Für mich stehen die Gewinner bereits jetzt fest: alle Trierer Kinder und Jugendliche, die mit ihrem Stimmrecht bei der Jugendwahl im November Demokratie erleben.

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Andreas Schleimer, jugendpolitischer Sprecher

Offenes WLAN startet im Januar in der Trierer Innenstadt

Auf Initiative der SPD hat der Stadtrat in seiner Sitzung vom 19. Mai 2015 die Stadtverwaltung beauftragt, ein Konzept für ein offenes und kostenfreies WLAN für die Trierer Innenstadt bis Ende des Jahres vorzulegen.

Die Verwaltung prüfte verschiedene Möglichkeiten ein WLAN-Angebot für die Trierer Innenstadt zu schaffen. Unter anderem wurden Gespräche mit der City Initiative, der Stadtwerke-Tochter Trilan und Freifunk geführt.

Verwaltung

Bereits zum 1. Oktober 2015 legte Oberbürgermeister Wolfram Leibe dem Steuerungsausschuss einen Zwischenbericht und die Empfehlung des weiteren Vorgehens vor.

Rund 35 Knotenpunkte sind zur Erschließung der Trierer Innenstadt nötig. Weil auf absehbarer Zeit die Störerhaftung nicht abgeschafft wird, musste neben der technischen Umsetzung auch ein rechtssicherer Umgang beleuchtet werden.

Der Vorschlag der Verwaltung sah eine kostenfreie Nutzung von 90 Minuten je Tag vor. Auf Antrag der SPD wird geprüft, dies auf 2 Stunden zu erweitern. Nach Ablauf können die Nutzerinnen und Nutzer ein kostenpflichtiges Upgrade bestellen. Erste Knotenpunkte sollen bereits im Januar 2016 betriebsbereit zur Verfügung stehen.

Weiterhin wird geprüft, dass im Bürgeramt und der Kfz-Zulassungsstelle Freifunk-Router aufgestellt werden. Damit baut Oberbürgermeister Leibe weiter die kundenfreundliche Verwaltung aus.

Viele Geflüchtete haben zwar ein Smartphone, aber kein Geld für teure Datentarife. Das Internet ist aber die einzige Möglichkeit mit ihren Familien in Kontakt treten zu können oder an alltägliche Informationen in ihrem neuen Zuhause zu kommen. Deshalb wurde im Steuerungsausschuss verabredet, dass die Verwaltung bei der Unterkunft von Geflüchteten auf Freifunk Trier zugeht, um sie mit einem freien und offenen WLAN-Zugang zu versorgen.

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Andreas Schleimer, jugendpolitischer Sprecher