Der 2. Thementag der Trierer Sozialdemokraten war ein echter Erfolg. Ich war bereits bei unserem ersten Thementag von diesem neuen Format überzeugt. Denn neben vielen neuen Gesichtern konnten wir auch immer wieder parteilose Interessierte in die Debatten einbinden und gute Standpunkte erarbeiten, die beispielsweise in ganze Themenreihen wie “Zukunft der Arbeit” oder direkte Anträge der Stadtratsfraktion bzw. von Parteitagen mündeten. Am Samstag trafen wir uns nun in der künftigen Realschule plus Trier-Nord und heutigen Geschwister-Scholl-Schule. Dabei konnten sich die rund 70 Diskutantinnen und Diskutanten von dem sehr beklagenswerten baulichen Zustand der Schule überzeugen und in vielen persönlichen Gesprächen wurde schnell klar, in welch optimaler Lage sich die Schule befindet, dass sie aber leider baulich wohl nur komplett neu aufzubauen sei. Wir warten hier ab, was die Verwaltung sagt und wann der Ratsbeschluss aus dem Jahre 2010 endlich umgesetzt wird. (Hierzu empfehle ich den aktuellen RaZ Beitrag von unserer schulpolitischen Sprecherin Regina Bux: http://www.spd-trier.de/realschule-plus-in-nord/).
In sechs Diskussionsrunden tauschten sich die zahlreichen Interessierten zu den verschiedensten Themen aus. So einigte man sich bei dem Thema Schule auf die Gründung eines Arbeitskreises aus Partei und Fraktion, der auch personell so besetzt sein wird, dass ein Austausch in dieser zentralen Thematik auch zwischen der Stadt und dem Landkreis Trier-Saarburg gesichert sein soll. Einig war man sich im Workshop von Malu Dreyer darüber, dass die SPD sich beim Thema Rente im Bund noch stärker einsetzen müssen und es kam sogar die Idee auf, wieso man nicht auch in der Rentenversicherung sich am Modell der Bürgerversicherung orientieren könne. Markus Nöhl diskutierte über die Vorstellungen der SPD zu den städtischen Kulturleitlinien. Gleichzeitig wurde auch Kritik laut, dass hier noch immer keine rege Debatte von der Verwaltung geführt werde, obwohl dies dringend geboten sei, um den Kulturstandort Trier weiterzuentwickeln. Das Thema Parteireform der SPD wurde erneut intensiv diskutiert. Die Runde um unsere Vertreterin im Landesparteivorstand Anna Gros kam dabei zu der Erkenntnis, dass wir Trierer SozialdemokratInnen und -demokraten bereits heute viele Dinge erfolgreich umgesetzt hätten, die in weiten Teilen der Republik noch mühsam angestoßen werden müssten. So ist es bereits heute in Fraktion und Partei selbstverständlich, dass auch parteilose Interessierte sich in den verschiedensten Formen in der SPD inhaltlich beteiligen und die Partei so noch breiter aufgestellt wird. Unsere Umweltexpertin Begona Hermann machte mit dem Thema Grünes in der Stadt deutlich, wie wichtig auch eine Entwicklung von Grünflächen in der Stadt ist. Dieses Thema trat gerade bei der Diskussion zum Thema Tankstelle Ostallee und Grüner Alleenring wieder hervor. Wie vielfältig das Thema eigentlich ist und wie wenig die einzelnen Perspektiven bei der öffentlichen Debatte über die Tankstelle zutage kamen, zeigte sich in der Runde sehr schön. Schließlich leitete ich eine Runde zur Frage der Zukunft der Friedhöfe. Ein interessantes und bewegendes Thema. Die Fraktion geht hier ebenso mutig, entschlossen und inhaltlich klar voran wie die Partei, die jüngst den Parteitagsbeschluss fasste, dass man in der Friedhofsdebatte in der Stadt weiter vorwärts kommen müsste. Diesen beiden Tatsachen wollte die Gruppe Rechnung tragen und entwarf somit einen Antrag, den die Fraktion dem Stadtrat zur Beratung vorlegen wird, um sachgerechte, soziale Politik zu gestalten.
3,5 Stunden Diskussion zu sechs verschiedenen Themen brachten somit sehr viele neue Erkenntnisse und Standpunkte für die SPD hervor und zeigten, dass die SPD inhaltlich sehr konstruktiv arbeitet und stark aufgestellt ist. Außerdem kann durch die enge Zusammenarbeit zwischen Partei und Fraktion eine ideale Vernetzung mit den Inhalten der Kommunalpolitik sowie durch die personell herausragende Vertretung in Mainz, durch unsere Vorsitzende und Landtagsabgeordnete Malu Dreyer, eine ideale Verknüpfung mit anderen politischen Ebenen erfolgen. Der Tenor aller Anwesenden war somit deutlich: Diese SPD macht Spaß, weil sie sich realistisch inhaltlich mit aktuellen Themen aus Stadt, Land und Bund auseinandersetzt und Standpunkte findet. Der 3. Thementag im Herbst 2012 ist somit beschlossene Sache. Ich freue mich drauf.
Sven Teuber
SPD Fraktionsvorsitzender und stellv. Parteivorsitzender



