Die Landeskonferenz Flüchtlinge: Wegweisend in die Zukunft!

Am vergangenen Freitag hat in Mainz die Landeskonferenz Flüchtlinge mit mehr als 400 Teilnehmenden stattgefunden: Ich war mit dabei und habe in der Arbeitsgruppe Sprache und Bildung mitgearbeitet, in der es um Deutschkurse und die verschiedenen Institutionen ging. Es war eine sehr gute, arbeitsintensive und ergebnisreiche Konferenz, von der ich gerne ausführlich berichten möchte.

Ziel der Landesregierung war es, sich mit Vertreterinnen und Vertretern von Kommunen, Verbänden, Kirchen sowie Engagierten aus der Flüchtlings- und Integrationsarbeit über gelungene Beispiele und Unterstützungsmaßnahmen auszutauschen. Gemeinsam sollte über mögliche weitere Verbesserungen gesprochen werden.

Glücklicherweise gibt es in Rheinland-Pfalz viele verschiedene gesellschaftliche Organisationen, aber auch engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich darum bemühen, den vielen Flüchtlingen aus den Krisenregionen der Welt, die den Weg zu uns finden, eine möglichst herzliche Willkommenskultur und viel Unterstützung zu bieten, damit sie sich in die Gesellschaft integrieren können. Dabei ist in den vergangenen Monaten schon viel erreicht worden, und wir müssen so weitermachen, denn der Strom der Flüchtlinge wird so schnell nicht abreißen.

An dieser Stelle möchte ich gerne meine absolute Hochachtung für unsere Ministerpräsidentin Malu Dreyer ausdrücken: Man merkt, dass ihr das Engagement für Flüchtlinge eine Herzensangelegenheit ist und dass sie bereit ist, auch gegen politische Widerstände ihre Linie zu verfolgen – einfach, weil sie fest daran glaubt, dass sie angesichts all diesen menschlichen Elends das tut, was getan werden muss. Ich darf daran erinnern, dass sie ja bereits als Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie für den Bereich Migration und Integration verantwortlich war und sich schon damals sehr konsequent für Migrantinnen und Migranten engagiert hat.

Ich denke, kein Land der Welt ist wirklich auf die enorm große Zahlen von Flüchtlingen vorbereitet, die heutzutage ihre Heimat verlassen müssen – aber die meisten bemühen sich, diesen Menschen zu helfen, ihnen Sicherheit und eine Perspektive zu bieten. Es ist eine gigantische Aufgabe, die wohl keiner schnell und rundum zufriedenstellend lösen kann. Doch die Menschlichkeit gebietet uns, es immer weiter zu versuchen und in unseren Bemühungen nicht nachzulassen – selbst wenn wir uns dadurch in der einen oder anderen Weise einschränken müssen. Gleichzeitig sehe ich natürlich ein, dass unsere Landesregierung den Bürgerinnen und Bürgern vermitteln muss, dass sie und ihr Wohl den Politikerinnen und Politikern nach wie vor sehr wichtig sind und sie angesichts der aktuellen Dramen und Katastrophen in der Welt nicht vergessen werden.

An dieser Stelle möchte ich Karl Kardinal Lehmann erwähnen, der auf der Konferenz ein Grußwort gesprochen hat. Er ist auf die kirchliche Tradition des Kirchenasyls eingegangen, dass sehr viele Staaten der Welt im Gesetz haben. Es ist übrigens hochinteressant, in Wikipedia die Geschichte des Kirchenasyls nachzulesen.

Der Kardinal betonte, dass die Katholische Kirche am Kirchenasyl festhalten will, obwohl sich die Zahl der Kirchenasyle allein im letzten Jahr fast versiebenfacht hat und obwohl immer wieder Kritik daran laut wird. Er zitierte den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx: Das Instrument habe sich bewährt, denn in 90 Prozent der Fälle habe den Flüchtlingen durch eine erneute Überprüfung ihres Falles geholfen werden können. Allerdings sei das Kirchenasyl nicht geeignet, die Asylfrage grundsätzlich zu lösen. Es diene allenfalls dazu, schwierige Fälle noch einmal überprüfen zu lassen – was er für durchaus angemessen hält. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte die Praxis zuletzt scharf kritisiert und den Kirchen vorgeworfen, sie versuchten, sich über staatliches Recht zu stellen. Dies weist die Kirche klar zurück.

Einer aktuellen Erhebung der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche zufolge gibt es derzeit deutschlandweit 226 Kirchenasyle mit mindestens 411 Menschen. Im Januar 2014 gab es lediglich 34 derartige Asyle. Die Katholische Kirche argumentiert, die steigenden Zahlen seien auf die allgemein steigenden Flüchtlingszahlen zurückzuführen.

Einen ähnlichen Anstieg hatte es in den 1990er Jahren, vor allem seit der Begrenzung des Asylrechts 1993 gegeben. Danach waren die Fälle von Kirchenasyl wegen der insgesamt abnehmenden Asylbewerberzahlen wieder leicht zurückgegangen.

Nun aber zurück zu Malu Dreyer, aus deren Grußwort ich gerne etwas ausführlicher zitieren möchte, denn sie ist auf viele verschiedene Aspekte der Flüchtlingsarbeit eingegangen. Sie stellte fest, im vergangenen Jahr seien laut dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR der Vereinten Nationen fast 17 Millionen Menschen aus ihrer Heimat geflohen. Eine enorme Zahl, die Malu Dreyer als besorgniserregend bezeichnete: nicht, weil ein reiches Land wie Deutschland mit der Zahl der Flüchtlinge, die hier Hilfe suchen, überfordert wäre, sondern weil die Zahl das Ausmaß der weltweiten Vertreibung anzeigt. „Ich werde nicht müde zu appellieren, dass auf nationaler und internationaler Ebene mehr getan werden muss, um Fluchtursachen zu bekämpfen“, betonte sie daher. Man dürfe nicht vergessen, dass die Menschen, die den gefährlichen Weg über das Mittelmeer suchen, dies nur tun, weil sie zuhause einer existentiellen Bedrohung ausgesetzt sind. „Häufig erfahren wir nichts von den Einzelschicksalen der Flüchtlinge, die nach Rheinland-Pfalz kommen. Aber wir schulden ihnen einfach einen menschlichen Umgang: Es geht um Menschenrechte.“

Malu Dreyer

Malu Dreyer betonte, zu einer guten Flüchtlingspolitik gehöre es auch, die entsprechende gesellschaftliche Akzeptanz herzustellen und zu erhalten. Glücklicherweise gebe es heute – im Gegensatz zu den 90-er Jahren – eine breite Solidarität mit den Flüchtlingen in der Bevölkerung, auch und besonders in Rheinland-Pfalz. Sie sagte, sie sei sehr stolz auf die Hilfsbereitschaft der Rheinland-Pfälzer und bedankte sich herzlich bei den vielen ehrenamtlichen Helfern sowie auch bei den Vertreterinnen und Vertretern der Kommunen, die sich unermüdlich einsetzen, um die Unterstützung der Flüchtlinge voranzubringen.

Aktuell sei es wesentlich, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Herausforderung hoher und möglicherweise weiter steigender Flüchtlingszahlen ganz praktisch im Alltag der Menschen gemeistert werden könne. Der gebotene Schutz müsse unbedingt aufrechterhalten werden. „Und dafür müssen alle gesellschaftlichen Kräfte zusammenarbeiten.“ Ein Hauptziel dieser Konferenz!

Malu Dreyer sagte, angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen habe sie den „Pakt für Rheinland-Pfalz“ reaktiviert, im Rahmen dessen dereinst das Konjunkturpaket II umgesetzt wurde. Damals arbeiteten relevante gesellschaftliche Gruppen wie Gewerkschaften, Kirchen, Arbeitgeberverbände und kommunale Spitzenverbände zusammen. „Und nun geht es nicht mehr um Investitionen in Dinge, sondern in Menschen.“ Auf der Konferenz waren nun diese Vertreterinnen und Vertreter des Pakts zu Gast, sie brachten sich in den diversen Foren und beim „Markt der Möglichkeiten“ ein.

Die Ministerpräsidentin machte aber auch klar, dass die Aufgabe der Unterbringung, Versorgung und Integration der Flüchtlinge, die derzeit im Wesentlichen von den Ländern und Kommunen gestemmt wird, nur noch gemeinsam mit dem Bund bewältigt werden kann. Mittlerweile habe die Bundesregierung eine strukturelle Beteiligung an diesen Kosten zugesagt; bis zum Herbst solle dies konkret werden. Wichtig sei auch eine Aufstockung des Personals beim Bund – die ja schon lange angekündigt worden sei –, damit Asylverfahren wirklich in drei Monaten abgeschlossen werden können.

Die Landesregierung leistet ihren Beitrag angesichts der hohen Flüchtlingszahlen: die Erstaufnahmekapazitäten werden weiter ausgebaut, von 700 Plätzen im Jahr 2012 zu rund 5000 Plätzen Ende dieses Jahres; landesweit gibt es mehr als 70 runde Tische für Flüchtlingsarbeit und Integration. Dazu gibt es 34 Runde Tische speziell für Sprachförderung an Schulen. Malu Dreyer bezeichnete dieses Engagement als sehr beeindruckend; es zeige, dass die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen werde.

Sie kündigte an, die versprochenen Bundesmittel von 29 Millionen Euro würden an die Kommunen weitergeleitet werden. Die Bundesmittel für 2016 werden vorgezogen. Auch die Landesregierung hatte bereits entschieden, die Mittel für 2016 bereits vorzeitig an die Kommunen zu geben.

Das Land sichert die psychosoziale Versorgung der Flüchtlinge, unterstützt Ehrenamtliche durch zusätzliche Gelder sowie eine neue Koordinierungsstelle und stellt Mittel für die Sprachförderung in Kitas und Schulen bereit. Auch die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen wird vorangetrieben. So werden Rahmen eines neuen Landesprogramms Bildungs- und Berufsbiografien bereits bei der Erstaufnahme erfasst.

Auch freiwillige Ausreisen der Asylbegehrenden, die keine Chance auf Anerkennung haben, werden im Rahmen einer Landesinitiative gefördert. Seit März werden Asylsuchende aus dem Kosovo und aus Albanien in der Trierer Erstaufnahmeeinrichtung über ihre realen, äußerst geringen Chancen auf Anerkennung beraten. Dementsprechend sei die Zahl der Rückführungen bei Westbalkanflüchtlingen im ersten Quartal des Jahres gegenüber dem Vorjahr verdreifacht worden, berichtete Malu Dreyer. Die freiwillige Rückkehrberatung orientiere sich an der Rückführungsrichtlinie der EU. Andere Länder seien nun bestrebt, das Rheinland-Pfälzische Konzept zu übernehmen, das nicht zuletzt den Bund entlaste, da ja viele Asylanträge gar nicht mehr gestellt würden. Um die Kommunen zu entlasten, sollen Asylbewerber ohne Anerkennungschancen die maximal drei Monate komplett in der Erstaufnahmeeinrichtung verbringen. Die Clearingstelle in Trier soll personell verstärkt werden, um kommunale Ausländerbehörden bei der Rückführung abgelehnter Asylbewerber zu unterstützen. Auch die Landesinitiative Rückkehr soll finanziell ausgeweitet werden, wobei immer gilt: Freiwillige Ausreise vor Zwang.

Dies erläuterte die Ministerpräsidentin näher, um Vorwürfen zu begegnen, es werde zu wenig abgeschoben. „Wenn wir es schaffen, durch Beratung, Aufklärung und gegebenenfalls auch durch eine kleine finanzielle Unterstützung Menschen dazu zu bewegen, freiwillig wieder in ihre Heimat zurückzukehren, dann haben wir ohne Zwang, in kürzerer Dauer und mit geringerem finanziellem Aufwand für den Steuerzahler den gerichtlichen Ausreisebeschluss umgesetzt.“ Dies sei kluges Regierungshandeln. Die zwangsweise Rückführung sei im Übrigen in Rheinland-Pfalz nicht anders als in anderen Bundesländern.

Malu Dreyer erwartet mittelfristig eine erhebliche Entlastung der Kommunen – vor allem wenn der Bund die vereinbarte Beschleunigung der Asylverfahren auf längstens drei Monate umsetzt. „Das alles ist auch im Sinne der Menschen, die wir dauerhaft in unserem Land integrieren wollen“, sagte Dreyer. Sie fügte hinzu, im bundesweiten Vergleich seien die rheinland-pfälzischen Asylgerichtsverfahren die schnellsten und effektivsten.

Abschließend betonte die Ministerpräsidentin etwas, das man gar nicht oft genug zur Sprache bringen kann: „Deutschland ist ein Einwanderungsland. Die Möglichkeit, die Integration dieser Menschen besser zu organisieren, hilft uns auch, den demografischen Wandel im Land zu gestalten.“ Es müsse dringend ein modernes Einwanderungsgesetz her, das Menschen aus Drittstaaten mehr legale Möglichkeiten eröffnet. Nicht zuletzt sei dies auch eine Entlastung für das Asylsystem.

Die zweistündige Forenarbeit auf der Landeskonferenz befasste sich mit den Themen Beratung und soziale Betreuung, Ehrenamt und bürgerliches Engagement, Gesundheit und psychosoziale Versorgung, Sprache und Bildung, Arbeit und Ausbildung sowie Wohnen und Unterbringung. Am Mittag gab es eine kurze Rückmeldung aus den Foren und Anschließend eine Talkrunde „Wie gute Praxis gelingt“, unter anderem mit Ministerin Irene Alt. Den Abschluss des Tages bildete ein Austausch, Netzwerken und „Markt der Möglichkeiten“.

Ich war, wie gesagt, im Forum Sprache und Bildung mit aktiv. Dort wurde über „Sprache lernen“ und die verschiedenen Institutionen gesprochen: Kitas, Schulen, Erwachsenenbildung. Ein wesentlicher Punkt waren die verschiedenen Unterstützungmöglichkeiten.

So gibt es seit März zusätzliche Sprach- und Orientierungskurse für Flüchtlinge, vom Land und vom Europäischen Sozialfonds finanziert. In diesem Jahr werden mehr als 80 dieser Kurse angeboten – mehr als doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. Bereits seit 2013 hatte das Land die „WIR“ (Willkommen in Rheinland-Pfalz)-Kurse für Flüchtlinge gefördert, speziell für die Menschen, die keinen Zugang zu den Integrationskursen des Bundes haben. Eine neue Koordinierungsstelle, gefördert vom Integrationsministerium und angesiedelt bei der Katholischen Erwachsenenbildung, hat die Arbeit aufgenommen, um den Trägern der Kurse als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Das BAMF hat ein Kurskonzept „Erstorientierung und Deutsch lernen für Asylbewerber“ entwickelt. Es richtet sich an Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die aufgrund ihres befristeten Aufenthaltsstatus keinen Zugang zu den Integrationskursen haben, sich aber dennoch im unmittelbaren Lebensumfeld orientieren und in typischen Alltagssituationen auf Deutsch verständlich machen wollen. Das Konzept wird allen lnteressierten zur Verfügung gestellt. Es kann sowohl Lehrkräften als auch ehrenamtlich Tätigen als Grundlage für ihre Arbeit dienen. Die Teilnehmenden erwerben landeskundliches Wissen zur Erstorientierung verbunden mit einfachen Deutschkenntnissen.

Für Kinder und Jugendliche, die mit einer anderen Muttersprache als Deutsch aufwachsen, gibt es im Kindergarten und in der Schule besondere Sprachförderangebote auf Deutsch, zum Teil auch in der jeweiligen Muttersprache. In allen Bundesländern finden bereits im Kindergarten oder vor der Einschulung Sprachtests statt, um den individuellen Förderbedarf der Kinder zu ermitteln. Daran schließen sich je nach Bundesland unterschiedliche Förderangebote an.

Kinder und Jugendliche, die im Laufe ihrer Schulzeit nach Deutschland kommen, brauchen besondere Unterstützung. Für sie gibt es Förder- oder Sprachlernklassen, in denen sie von spezifisch qualifizierten Lehrkräften begleitet werden, bevor sie in die regulären Schulklassen wechseln.

In Trier hat der Beirat für Migration und Integration als Pilotprojekt Deutsch-Intensivkurse für Schüler an einem Gymnasium und einer Grundschule ins Leben gerufen, die sich als so erfolgreich erwiesen haben, dass sie mittlerweile landesweit eingerichtet worden sind.

Jugendliche, die nicht mehr schulpflichtig sind, und junge Erwachsene bis 27 Jahre können an einem Integrationskurs für junge Erwachsene teilnehmen, um Deutsch zu lernen.

Eines möchte ich abschließend noch betonen: Auf der Homepage unseres Integrationsministeriums ist zu lesen: „Rheinland-Pfalz ist ein weltoffenes Land. Alle Menschen, die zu uns kommen – mit welchem kulturellen Hintergrund auch immer- sind herzlich willkommen. Wir sind überzeugt, dass kulturelle Vielfalt unser Zusammenleben, unseren Alltag, unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft bereichert.“

Daher kann es nicht angehen, wie aktuell in der Politik gefordert wird, dass Asylbewerber aus bestimmten Teilen der Welt mit behelfsmäßigen Unterkünften und möglicherweise komplett gestrichenen Geldern „abgeschreckt“ werden. Jeden Vorschlag in dieser Richtung kann man nur als unmoralisch und unmenschlich bezeichnen!

Duran-Kremer

Dr. Maria Duran Kremer, integrations- und migrationspolitische Sprecherin der SPD-Stadtratsfraktion Trier

So ein ereignisreiches Wochenende…

Das Wochenende vom 17. bis 19. Juli 2015 war vollgestopft mit Veranstaltungen aller Art.

Bei bestem Wetter trafen sich am Freitagabend Handel und Politik beim Einzelhandelsverband in der Kaiserstraße zum Sommerfest. Dieser Einladung sind Markus Nöhl, Monika Berger mit Udo Heiner, Thiebaut Puel und Gattin sowie ich gerne gefolgt und es war wieder ein sehr schöner Abend, der mit netten Menschen und guten Gesprächen, bei bestem Sommerwetter und gutem Essen und Trinken bei einigen sicher recht spät seinen Ausklang fand. Auch unser Oberbürgermeister Wolfram Leibe kam noch nach einer anderen Veranstaltung mit seiner Frau Andrea Sand auf ein Gläschen vorbei und es war wie immer in letzter Zeit, am liebsten hätten alle gleich mit ihm gesprochen.

Am Samstag war der Kornmarkt ganz im Zeichen des CSD und es wurde wieder einmal jede Menge Unterhaltung geboten. Auch gab es viele Infostände für Informationen aller Art, so war z. B. die Politik genauso vertreten wie die schwulen und lesbischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. Alles in Allem war es wieder bestens organisiert. Die Schirmherrschaft übernahm unsere Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Auch zur Eröffnung war unser Oberbürgermeister mit Ehefrau wieder vor Ort. Der Nachmittag war schnell vorbei und abends ging es weiter zur

CSD 2015

Verabschiedung von Intendant Gerhard Weber von Theater Trier. Im vollbesetzten großen Haus gaben alle Künstler und Künstlerinnen, einschließlich des Philharmonischen Orchesters, noch einmal alles, um ihrem scheidenden Intendanten ein würdiges Abschiedsfest zu schenken. Es war ein wunderbarer Abend mit viel Emotionen und meinen Stadtratskollegen und -kolleginnen hat es sehr gut gefallen und ich werde sicher noch lange daran denken.

Verabschiedung Weber 2015

Liebe Grüße

Jutta Föhr, SPD-Stadtratsfraktion

Altstadtfest bei bestem Wetter

Am Freitag den 26. Juli 2015 wurde das diesjährige Trierer Altstadtfest durch unseren neuen Oberbürgermeister Wolfram Leibe souverän eröffnet. 2 Schläge mit dem Holzhammer brauchte er nur um bei dem traditionellen Fassanstich das Bier aus dem Hahn laufen zu lassen. Zuvor brachte die Feuerwehr ihn und die amtierende Trierer Weinkönigin hoch hinaus zu Petrus auf dem Petrusbrunnen, der wie jedes Jahr seinen Blumenstrauß erhielt, um für bestes Wetter zu sorgen. Das ist in diesem Jahr gelungen, vielleicht sollten zukünftig immer die Weinköniginnen Petrus die Vase umhängen, dann klappt das auch mit dem Wetter.

Altstadtfest 2015

Bei einem Rundgang durch die Innenstadt von Bühne zu Bühne begleiteten den OB viele Ratsmitglieder aus unterschiedlichen Fraktionen. Wir von der SPD-Stadtratsfraktion hatten am Eröffnungsabend sehr viel Spaß. Die dreitägige Veranstaltung bot so viel Unterschiedliches an Veranstaltungen, dass viele am liebsten von morgens bis abends von Bühne zu Bühne geschlendert wären, um ja nichts zu verpassen. Für jeden Geschmack war wieder ein tolles Programm zusammen gestellt worden, ob Jazz oder Pop, Klassik oder Rock. Aus unserer Partnerstadt Ascoli Piceno besuchten uns die Musikgruppe „A Randerchitte“, in Begleitung von Dottore Giovanni Cippolini, der Träger des Ehrenbriefes der Stadt Trier ist.   Alles im allem war das Altstadtfest wieder ein riesiger Erfolg und klang am Sonntag u. a. am Viehmarkt mit Guildo Horn und am Hauptmarkt mit der Leiendecker Bloas aus. Ich bin sicher, viele freuen sich schon auf das kommende Jahr und ich hoffe, das Altstadtfest 2016 und das Wetter werden genauso gut wie dies mal.

Jutta Föhr, SPD-Stadtratsfraktion

Quartiersmanagement wird fortgeführt!

Rede der sozialpolitischen Sprecherin Monika Berger zur Vorlage Fortführung des Quartiersmanagements in den drei Soziale-Stadt-Gebieten TR-West, TR-Nord und Ehrang am 29. Juni 2015

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, liebe Stadtratskolleginnen und -kollegen,

sehr geehrte Damen und Herren,

das Wichtigste zuerst: Die SPD-Fraktion begrüßt diese Vorlage sehr und wird ihr natürlich auch zustimmen.

Quartiersmanagement stellt ein entscheidendes strukturelles und strategisches Element im Gesamtkonstrukt der sozialen Stadtentwicklung dar. Die drei Quartiersmanagerinnen – in Trier sind es ja ausnahmslos Frauen – fungieren dabei als wichtiges Bindeglied zwischen der Bewohnerschaft, den Stadtteilakteuren und der Verwaltung in den einzelnen Soziale-Stadt-Gebieten. Sie wirken dabei quasi als „Scharnier“ zwischen Sozialarbeit und Stadtplanung und erfüllen v. a. folgende Funktionen:

  • Sie wirken mit bei der Planung, Steuerung und Evaluation des Quartiersentwicklungsprozesses
  • Sie organisieren Bürgerbeteiligung und Vernetzung im Stadtteil (z. B. Runde Tische, Stadtteilkonferenzen, projektbezogene Arbeitsgruppen)
  • Sie koordinieren die Aktivitäten und Akteure im Stadtteil und vermitteln bei Bedarf zwischen verschiedenen Interessen
  • Sie machen Öffentlichkeitsarbeit und arbeiten an einem positiven Image des Stadtteils nach Innen und Außen und sind damit gleichzeitig Botschafterinnen für mehr soziale Gerechtigkeit in Trier.

Die drei Quartiersmanagerinnen, Maria Ohlig, Renate Heineck und Vera Erasmy nehmen diese Aufgabe sehr engagiert und mit viel Herzblut wahr. Sie setzen zwar je nach Quartier und konkretem Handlungsbedarf vor Ort unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Arbeit, verfolgen dabei aber alle das gleiche Ziel: eine positive Entwicklung ihres Quartiers, auf sozialer und städtebaulicher Ebene, mit aller Kraft voranzubringen. Sehr positiv ist auch, dass sie dabei nicht nur eng mit der Verwaltung sondern auch untereinander zusammenarbeiten und so stets auch die gesamt-städtische Entwicklung im Blick haben. Ohne sie würden in diesen Quartieren oft die treibende Kraft und eine wichtige Ansprechperson für alle Beteiligten fehlen. Das wurde sehr deutlich, als in TR-West vor einigen Jahren die Stelle des Quartiersmanagements krankheitsbedingt über mehrere Monate vakant war.

Berger

Darum sind wir sehr froh, dass das Land Rheinland-Pfalz einen großen Teil der finanziellen Mittel für die Fortführung des Quartiersmanagements für alle drei Stadtteile (TR-Nord, TR-West und Ehrang) bereitstellt. So kann die Stadt Trier mit einer geringen Kostenbeteiligung dafür Sorge tragen, dass diese immens wichtige Arbeit in den Stadtteilen weiter geleistet werden kann. Für die Stadtteile, die Quartiersmanagerinnen und ihre Träger bedeutet dies Finanzierungsklarheit und Sicherheit über die Kontinuität der Arbeit, die nur auf dieser Grundlage in einer hohen Qualität weiter erbracht werden kann.

Wichtig ist auch Punkt 3 der Vorlage, der die Verwaltung und letztendlich auch uns als Stadtrat darauf hinweist, dass die Arbeit des Quartiersmanagements in den Soziale-Stadt-Gebieten Ende 2017 sicher noch nicht erledigt sein wird und darum auch noch nicht enden darf. Es bleibt darum zu hoffen, dass die Finanzierung auch nach 2017 durch das Land weitergeht. Ansonsten wird es tatsächlich unsere gemeinsame Aufgabe sein, die Fortführung dieser Arbeit in einer vernünftigen Struktur sicherzustellen, solange sie weiterhin nötig ist.

Die Weiterentwicklung dieser Stadtteile muss zudem eingebunden sein, in ein Gesamtkonzept einer umfassenderen sozialen Stadtentwicklung. Es ist erfreulich, dass die Stadt hier z. B. Mariahof bei verschiedenen Projekten bereits mitdenkt und berücksichtigt (z. B. bei Jugend stärken im Quartier).

Runder Tisch Flüchtlinge: Integration in Arbeit, statt Verurteilung zur Nutzlosigkeit

Kein Thema wird aktuell in Deutschland so emotional diskutiert wie die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden. Während sich in Dresden immer noch jeden Montag 3.000 Pegida-Anhänger die Füße vertreten, steht Trier diese Toleranzprobe noch davor. Denn neben der zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes (AfA) wird ab sofort auch die Stadt selbst zum Einwanderungsgebiet.

Grund genug für Oberbürgermeister Leibe und die zuständige Bürgermeisterin Birk einen „Runden Tisch Flüchtlinge“ auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion einzuberufen, denn nur gemeinsam können alle Beteiligten die „Herausforderung der Integration von Flüchtlingen und Asylsuchenden“ in Trier stemmen. Sollte das klappen, hat Trier mit mehr Menschen auch mehr Chancen. Bis Ende 2017 prognostiziert Oberbürgermeister Leibe rund 1.000 Flüchtlinge, denen die Stadt dauerhaft eine neue Heimat bieten sollte. Sollte das nicht gelingen ist der Montag in Trier gesetzt.

Die Integrationschancen für die Migranten sind vielfältig. Aber alle Netzwerkpartner stolpern über unsere Zuständigkeiten und die Gesetzgebung, woran wir in Trier nichts ändern können. Die Wirtschaft sucht dringend Fachkräfte, muss sich aber damit abfinden, dass selbst ein Flüchtling, der eine Ausbildung in einem Betrieb erfolgreich absolviert hat, unter Umständen wieder in sein Herkunftsland zurückkehren muss.

Unabdingbar ist der Abbau von Integrationshürden. Für die die bleiben dürfen und für die die gehen müssen gilt das gleichermaßen. Auch wenn Asylsuchende abgewiesen werden und sie nur kurze Zeit bei uns waren, sollten wir sie nicht zur Nutzlosigkeit verurteilen sondern ihnen etwas mitgeben: Nämlich ein positives Bild von uns und unserer Nächstenliebe, einen Einblick in unser Leben und unsere Kultur und vor allem in unsere Arbeitswelt. Vielleicht können Asylbegehrende die abgewiesen werden einen Kurzlehrgang bei uns machen, mit dem sie sich eventuell in ihrer Heimat eine Existenz aufbauen. Damit wäre auch dem Herkunftsland genutzt.

Für die die bleiben dürfen müssen wir rasch handeln, damit ein selbstbestimmtes Leben unter uns möglich wird: Erfassung und Bewertung der beruflichen Qualifikation, Betriebe in Form von Probearbeiten und Praktika kennenlernen und schnellstmöglich einen berufsbezogenen Grundstock unserer Sprache erlernen. Ein selbstbestimmtes Leben, auf der Grundlage eigener Arbeit, sollte eine Neiddebatte verhindern helfen.

Dies kann und muss im Netzwerk „Runder Tisch Flüchtlinge“ der Stadt Trier gelingen.

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Dr. Carl-Ludwig Centner, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion

„Triers Sport am Scheideweg?“

Schon, aber ‚Trier ist eine Sportstadt‘ und das wurde schnell bei der Vielzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer letzte Woche in der Arena Trier klar. Auf reges Interesse stieß die Einladung zur Diskussionsrunde der SPD Stadtratsfraktion, in der es um die Frage ging, wie es mit dem Sport in Trier weitergeht.

Auf dem Podium der Veranstaltung unter der Moderation des Sportjournalisten Björn Pazen saßen Roger Lewentz (Sportminister RLP), Wolfgang Esser (Geschäftsführer Arens Trier), Günter Ewertz (Teammanager RSC Rolli Dolphins), Marco Marzi (Vorsitzender des Trimmelter Sportvereins), Mégane Vallet (Trierer Miezen) und Sven Teuber (Vorsitzender der SPD- Stadtratsfraktion Trier).

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Minister Lewentz stellt in seinen einleitenden Worten die Fördermöglichkeiten des Landes dar und hob die herausragende Bedeutung des Sports in der Gesellschaft hervor.

Das wohl breiteste Diskussionsthema war die momentane Hallensituation in Trier, da die meisten Hallen in Trier dringend saniert werden müssen und einige zurzeit gesperrt sind. Die Stadtverwaltung erarbeitet aktuell einen entsprechenden Sanierungsplan. Um eine zügige Abarbeitung zu realisieren, sollen Gelder aus dem Kommunalen Investitionsprogramm für die Hallen genutzt werden. Über 11 Millionen Euro stehen laut Beschluss der Landesregierung für das Gesamtprogramm zur Verfügung. Sportminister Lewentz begrüßte den Vorschlag des Oberbürgermeisters Wolfram Leibe, einen Schwerpunkt in der Sanierung der maroden Sporthallen zu legen.

Natürlich nahm das Thema Kunstrasenplätze einen größeren Part ein. Peter Terges (SV Olewig) regte eine neuerliche Diskussion der Prioritätenliste an. Minister Lewentz und Sven Teuber machten klar deutlich, dass neben den hohen Baukosten auch die Folgekosten bei einem solchen Projekt nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Die Alternativen wie Rasenplätze und Hybridrasenplätze müssten bei jedem Projekt neuerlich geprüft werden.

Triers Sport am Scheideweg

Wolfgang Esser, Björn Pazen, Sven Teuber, Mégane Vallet, Roger Lewentz, Marco Marzi und Günter Ewertz (v.l.n.r.)

Im darauf folgenden Frageblock ging es um das Thema Spitzen- und Profisport. Das zu geringe Sponsoringaufkommen der heimischen Wirtschaft lässt hier einen spürbaren Standortnachteil Triers erkennen. Minister Lewentz betonte die Bedeutung des Spitzensports als Aushängeschild für den Sportnachwuchs. Das Land engagiert sich über die mehrheitlich gehaltene TotoLotto-Gesellschaft, die mit großem Aufwand den Spitzensport auf vielfältige Weise unterstützt.

Der letzte Frageblock der lebhaften Podiumsdiskussion beschäftigte sich mit dem Thema Breitensport und dem städtischen Sportentwicklungsplan. Hier wurde nochmals deutlich gemacht, dass in Trier ein großer Bedarf an niedrigschwelligen Angeboten besteht. Denn Sport leistet soziale Integration unterschiedlichster Gruppen und besitzt daher für das gesellschaftliche Miteinander in unserer Stadt eine besondere Bedeutung.

Wir wollen am Ball bleiben. Daher führen wir auch weiterhin Gespräche mit allen wichtigen Akteuren und nehmen gerne die vielfältigen Anregungen auf, damit Trier auch weiterhin eine Sportstadt mit Zukunft bleibt.

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Thomas Neises

Sportpolitischer Sprecher der SPD Fraktion

Nacht der Solidarität

Rede der sozialpolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion Monika Berger zur Nacht der Solidarität des Regionalen AIDS-Beirates am vergangenen Samstag, 6. Juni 2015, auf dem Trierer Kornmarkt

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe anwesende Solidargemeinschaft,

für alle die mich nicht kennen, mein Name ist Monika Berger und ich bin die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.

Es freut mich sehr, heute, gerade bei dieser Veranstaltung unsere Fraktion vertreten zu dürfen und in ihrem Namen zu Ihnen zu sprechen.

Herzlich möchte ich Sie auch von unserem Partei- und Fraktionsvorsitzenden, Sven Teuber, und allen Fraktionskolleg/innen grüßen, die teilweise ebenfalls hier anwesend sind oder im Laufe des Abends noch zu uns stoßen werden, um ihre Solidarität mit den HIV-infizierten und Aidserkrankten in Deutschland und der ganzen Welt zu bekunden.

Berger

Für die SPD ist Solidarität ein wichtiges Merkmal der Sozialdemokratie. Franz Müntefering hat gesagt: „Solidarität ist die Bereitschaft, anderen Menschen zu helfen, ob sie aus eigener Schuld oder weshalb auch immer gestrandet oder nicht so mitgekommen sind.“

Solidarität ist für uns zum einen eine Haltung – eine Haltung der Verbundenheit, ein Zeichen der Unterstützung – hier und heute zum Beispiel mit den HIV-Infizierten auf der ganzen Welt.

Solidarität zeigt aber erst Wirkung, wenn sie von der bloßen Solidarität der Gesinnung und Haltung zu einer Solidarität des Handelns wird.

In diesem Sinne freut es uns sehr, dass die Aidshilfe Trier nun schon zum 10ten Mal in Trier aktiv wird, handelt und diese Veranstaltung zur Nacht der Solidarität in Trier durchführt. Seit 10 Jahren fordert sie damit auch uns immer wieder zu Solidarität und zum Handeln auf!

Auf Bundesebene steht die Kampagne dieses Jahr unter dem Motto „Kinder ohne Aids – Medikamente und Tests für Alle!“ Sie setzt sich dafür ein, dass Kinder, die von HIV und Aids betroffen sind, eine bessere und angemessene Versorgung bekommen. Im Rahmen der bundesweiten Kampagne finden heute und den nächsten Wochen auch Veranstaltungen in Bochum, Stuttgart, Hanau, München und Regensburg statt. Mit Trier sind das insgesamt 6 Städte in Deutschland. Das ist nicht viel – in Anbetracht des weiterhin bestehenden dringenden Handlungsbedarfs bei diesem Thema. Darum sind wir froh, dass Trier mit dabei ist und danken dafür ganz besonders der engagierten Arbeit der Aidshilfe Trier.

AIDS ist nach wie vor weltweit die gravierendste Pandemie, die unzähligen Menschen den Tod bringt. Noch immer infizieren sich jedes Jahr mehr als 2 Millionen Menschen mit dem Virus. Darunter sind viele Kinder und Jugendliche. Die Behandlung ist kostenintensiv und weltweit nur für etwa 38 Prozent der Erkrankten verfügbar.

Nacht der Solidarität 2015

Ganz besonders betroffen ist Südafrika. Darum sind wir froh, dass die Hälfte der Spenden der diesjährigen Trierer Aktion an die HOPE-Kapstadt-Stiftung für die Arbeit des HOPE-Projektes in Südafrika geht. Ziel dieser Arbeit ist es, mit einem immer breiteren Spektrum von Unterstützungsangeboten, mit direkter, unmittelbarer Hilfe vor Ort, die Lebenssituation und Lebensqualität von Kindern und deren Familien, die von HIV/Aids betroffen sind, zu verbessern, ihnen wieder Hoffnung zu geben und zu ermöglichen, ein möglichst normales Leben zu führen.

In Deutschland ist das für die aktuell 80.000 Menschen, die von HIV/Aids betroffen sind, heute schon weitgehend möglich. Dank moderner Medikamente haben hier die meisten von ihnen jetzt schon eine fast normale Lebenserwartung und können ganz normal am gesellschaftlichen Leben teilhaben, jedem Beruf nachgehen und ihre Freizeit gestalten, wie andere auch.

Könnten sie zumindest – wenn sie nicht immer noch vielfältigen Diskriminierungen in verschiedensten Lebensbereichen ausgesetzt wären. Nicht umsonst ist nicht die Krankheit an sich, sondern die Tatsache, dass man immer noch davon ausgehen muss, dass diese automatisch zu Diskriminierung führt, der Hauptgrund dafür, dass die Betroffenen einen Anspruch auf berufliche Rehabilitationsleistungen bei der Agentur für Arbeit erhalten.

Die Ursache für diese Diskriminierung sind neben grundsätzlichen Vorurteilen gegenüber Menschen mit HIV häufig unbegründete Ängste vor einer Ansteckung. Dabei sollten eigentlich alle wissen, dass man sich bei alltäglichen Kontakten nicht mit HIV infizieren kann.

Hier ist unsere Solidarität in anderer Form gefragt. Aufklärung tut weiter Not, insbesondere auch bei den heranwachsenden jungen Menschen.

Ich arbeite beim Bürgerservice Trier in einem Bereich, wo wir viel mit jungen Menschen, vor allem benachteiligten jungen Menschen zu tun haben. Wir versuchen sie in erster Linie auf einen Beruf, aber auch auf ein selbständiges Leben vorzubereiten.

Hier merken wir tagtäglich, dass das Thema Aids bei ihnen überhaupt nicht mehr präsent zu sein scheint. Darum nutzen auch wir die Angebote der Aidshilfe Trier, die hier wichtige Informations- und Aufklärungsarbeit leisten.

Umso mehr freut es mich, dass die zweite Hälfte der Spenden dieser Jugendpräventionsarbeit der Aidshilfe zu Gute kommt.

Meine sehr geehrte Damen und Herren, nun ist es an Ihnen zu handeln und ein Zeichen der Solidarität zu setzen:

Der erste Schritt ist getan, in dem Sie heute hier sind, mitfeiern und Flagge zeigen!

Aber Sie können noch mehr tun, zum Beispiel

  • indem Sie durch eine großzügige Spende die Arbeit der Aidshilfe Trier und der Hope-Stiftung in Südafrika unterstützen!
  • indem Sie als Botschafter und Multiplikator einer Diskriminierung von HIV und Aids Betroffenen in Ihrem eigenen Umfeld entgegenwirken!

Das scheint in Anbetracht der Not vieler dieser Menschen auf der Welt nicht viel, aber wie Albert Schweitzer schon gesagt hat:

„Das Wenige, was du tun kannst, ist viel!“

Insbesondere wenn sehr viele ein bisschen tun, können wir gemeinsam viel Bewegen. Das ist das Prinzip, nachdem Solidarität funktioniert.

In diesem Sinne wünsche ich der Veranstaltung auch im Namen meiner Fraktion weiterhin einen guten Verlauf und viel Erfolg!

Monika Berger, SPD-Stadtratsfraktion

ADAC-Rallye bleibt in Trier …

Rede des wirtschaftspolitischen Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion Dr. Carl-Ludwig Centner im Stadtrat vom 19. Mai 2015 zur Vorlage „Austragung der ADAC Rallye Deutschland als deutscher Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft in Trier und in der Region ab dem Jahr 2016″

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Damen und Herren,

mit der ADAC-Rallye verfügt die Stadt Trier über einen Tourismusmagneten mit enormer Anziehungskraft.

Für die jährlichen Aufwendungen von rd. 90.000 € erhält die Stadt Trier ein überregionales Marketinginstrument mit hoher Strahlkraft. Allein über die Ankündigung der Veranstaltung im ADAC-Magazin werden rd. 18 Mio. Mitglieder des Automobilclubs erreicht. Die Berichterstattung vor allem in Sport- und Nachrichtensendungen tun ein Übriges, um Trier – über die schnellen Transportvehikel – den Bundesbürgern, als attraktives Reiseziel in Erinnerung zu rufen.

Die wirtschaftlichen Effekte sind bereits in ihrer direkten Wirkung messbar. Dezernent Egger weist in seiner Vorlage für eine verbindliche Zusage einer weiteren Ausrichtung der Rallye für die Jahre 2016 und 17 und darüber hinaus bis 2020 an den ADAC als Veranstalter zu Recht noch einmal auf die Ergebnisse der Wertschöpfungsanalyse der Markt- und Tourismusforschung Eberhard Biehl & Dr. Bert Hallerbach hin.

Demnach sind die Erwartungen an die Wertschöpfung der Veranstaltung mit einem Bruttoumsatz von rd. 1,3 bis 1,4 Mio. € nicht zu hoch gegriffen. Vor allem profitiert das Gastgewerbe mit seinen Unterbringungsmöglichkeiten und den gastronomischen Betrieben sowie in einem hohen Maße der Einzelhandel. Hinzu kommen die Einnahmen, die durch die Teams der Fahrerlager in die Trierer Unternehmen fließen.

Neben den wirtschaftlichen Effekten ist der durch die ADAC-Rallye erzielte Imagegewinn der Stadt von Bedeutung. Das von der Stadt Trier wahrgenommene Bild lädt zum erneuten Besuch ein. Über die Rallye werden vor allem auch junge Motorsportfans aus dem In- und Ausland als Zielgruppen erreicht, die man mit den klassischen Marketinginstrumenten „Römer“ oder „Wein“ kaum angelockt hätte.

Die SPD-Fraktion stimmt der von Dezernent Egger vorgelegten Vorlage zu, damit die ADAC-Rallye auch weiterhin als feste Größe die Trierer Veranstaltungen bereichert.

Foto Centner

Dr. Carl-Ludwig Centner

Wahlen: Should I stay or should I go?

Nein, Wahlen haben The Clash nicht besungen, als sie „Should I stay or shoud I go“ texteten. Sie sprachen von einer innigen aber ambivalenten Liebe: einer Haßliebe sozusagen. Doch, so scheint mir, mit einer Haßliebe hat es auch der Bürger bzw. die Bürgerin zu tun, wenn es um die Politik und die Wahlen geht. Wahlbeteiligungen sinken seit den 1980er Jahren, Enttäuschung und Frustration über ‚die Politik‘ und ‚die Parteien‘ nehmen seit Jahren zu, Wut- und Haßbürger gehen auf die Straße und machen ihrem Unmut Luft. Doch wir alle wissen, Resignation und Ignoranz werden unsere Demokratie nicht verbessern. Im Gegenteil: Bürgerinnen und Bürger sowie die Politikerinnen und Politiker sind gefordert, ihren Einsatz für unser Gemeinwesen zu erhöhen.

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Die SPD-Stadtratsfraktion hatte vergangene Woche eingeladen, über diese Problematik zu diskutieren, die Ursachen zu beleuchten und Konsequenzen vorzuschlagen. Der Andrang zur Veranstaltung zeigte, dass das Thema die Menschen bewegt. Niedrige Wahlbeteiligungen lassen niemand kalt. Prof. Dr. Uwe Jun, Politikwissenschaftler an der Universität Trier, ordnete das Phänomen ein. Dabei ist ein Bündel an Ursachen verantwortlich, wieso weniger Bürgerinnen und Bürger den Weg an die Urne finden. Gleichgültigkeit, Unverständnis der politischen Prozesse, sinkende Identität mit dem Wohnort und das Gefühl, die politische Ebene, die zur Wahl steht, könne wenig an den Verhältnissen ändern. Bedrohlich scheint das Phänomen vor allem in Schichten zu werden, die sozial benachteiligt sind. Hier läuft unser politisches System Gefahr, eine Gruppe zu verlieren, die sich im Lauf des vorletzten Jahrhunderts erst mühseelig das Wahlrecht erkämpfen musste. Politik wird mehr und mehr von elitären Gruppen bestimmt. Doch bleibt auch die Erkenntnis, dass gerade allgemeine Wahlgänge wie die Kommunal- oder Landtagswahl die höchste Beteiligung aller gesellschaftlichen Schichten zeitigt. Bürgerbeteiligungsprozesse oder Referenden weisen hier deutlichere Mängel auf.

In der Folge blieb so auch die Forderung nach einem Bürgerbegehren und -entscheiden umstritten. Wie viel direkte Demokratie verträgt unser politisches System? Eine Gretchenfrage in der Politik. Für den Trierer Politologen Jun zumindest könnten punktuelle Referenden die repräsentative Politik beleben. Doch müssen diese eingebettet sein in einen verantwortungsvollen politischen Diskurs. Beispiele aus Hamburg oder der Schweiz zeigen auch die negativen Seiten des Volksentscheids. Hier übernimmt die gewählte Volksvertretung nachwievor die wichtige Aufgabe, die Interessen breiter Gesellschaftsgruppen zu vertreten und politische Entscheidungen stärker abzuwägen.

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Doch steigt die Verantwortung der gewählten Repräsentantinnen und Repräsentanten. So verpflichtete sich der frisch im Amt eingeführte Oberbürgermeister Wolfram Leibe, seine politische Arbeit transparenter zu machen und die Bürgerinnen und Bürger stärker zu beteiligungen. SPD-Fraktions- und Parteivorsitzender Sven Teuber plädierte für eine ehrliche und verlässliche Politik, damit das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler zurückkehrt. Ein großer Anspruch.

„Should I stay or should I go?“, fragten The Clash. Die Antwort eines politisch Aktiven ist hier klar: You should go! Aber wie in jeder Liebe – so auch in der Haßliebe zwischen Wählenden und Gewählten – gilt der weise Spruch, dass beide Partner sich anstrengen müssen, um die Liebe zu schaffen und zu halten. Von selbst bleibt in der Gefühlswelt nichts. Hier müssen beide Seiten hart dran arbeiten. Dies gilt auch für die Politik!

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Markus Nöhl, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Stadtratsfraktion

Liebe, Lust, Leben

Die interaktive Ausstellung „Große Freiheit“ auf dem Trierer Viehmarkt

Eine Woche lang war die Erlebnisausstellung „Große Freiheit. liebe.lust.leben“ zu Gast in Trier. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) machte damit auf das Risiko aufmerksam, sich an sexuell übertragbaren Infektionen (STI = sexually transmitted infections) anzustecken.

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Bereits von außen weckt die Ausstellung mit den bunten Containern und dem großen weißen Zelt das Interesse vieler. Während der Führung am Donnerstagabend auf Initiative des Schmit-Z wurde klar: Langweilig wird es garantiert nicht.

Acht Menschen, 24 Stunden, achtmal Sex, einmal HIV

In der Ausstellung begegnet man acht Charakteren, die ihre unterschiedlichen Einstellungen zu Liebe und Lust zeigen. Man taucht ein in ihre Welt und durchlebt einen Tag mit ihnen. Dabei werden die Besucherinnen und Besucher bei zahlreichen Interaktionen mit Entscheidungen der Charakteren konfrontiert, die einen verantwortungsbewussten Umgang zu Liebe und Lust einfordern. Anfassen, hören, mitmachen – man lernt spielerisch über STI und HIV dazu.

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Das interaktive Format ist besonders für junge Menschen sehr ansprechend. Gerade wegen des hohen Unterhaltungswerts durch die Interaktion kann man einiges zur Prävention von sexuell übertragbaren Infektionen mitnehmen.

Das Ausstellungskonzept ist so ausgelegt, dass neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BZgA auch der regionale Aidsbeirat Trier ein vielfältiges Beratungs- und Informationsangebot anbietet. Damit kommen die Besucherinnen und Besuchern auch in Kontakt mit den örtlichen Anlaufstellen. In Trier beteiligten sich u. a. die AIDS-Hilfe Trier, das SchLAu-Projekt, das Schmit-Z, sowie pro familia, der Sozialdienst katholischer Frauen, das Diakonische Werk und Die Tür. Auch die Beratungsstelle für Sexarbeiter_innen und die Gesundheitsämter aus Trier und Trier-Saarburg standen für Fragen zur Verfügung.

Um sensibel und angemessen auf die verschiedenen Beratungsbedarfe einzugehen, bietet die Ausstellung zwei geschlechtsspezifische Beratungsräume.

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Andreas Schleimer, jugendpolitischer Sprecher